Veronika, der Lenz ist da

Mädchen lacht, Jüngling spricht:
“Fräulein wolln Sie oder nicht,
Draußen ist Frühling.”
Der Poet, Otto Licht,
Hält es jetzt für seine Pflicht,
Er schreibt dieses Gedicht:
Veronika, der Lenz ist da,
Die Mädchen singen tralala.
Die ganze Welt ist wie verhext,
Veronika, der Spargel wächst!
Veronika, die Welt ist grün,
Drum laßt uns in die Wälder ziehn.
Sogar der Großpapa
Sagt zu der Großmama:
“Veronika, der Lenz ist da,
Veronika, Veronika, der Lenz ist da!”
Der Herr Sohn, der Papa
Schwärmen für Veronika,
Das macht der Frühling.
Jeder klopft heimlich an,
Jeder fragt sie: Wo und wann
Komm’ ich endlich mal dran?
Veronika, der Lenz . . . .
Der Gemahl sucht voll Schneid
Anschluß an die Stubenmaid.
Das macht der Frühling.
Seine Frau schickt er weg,
Dann ruft er das Mädchen keck
Und erklärt ihr den Zweck:
Veronika, der Lenz . . . .
Fritz Rotter
Kein Aprilscherz

Köln am 1. April um 12.10 Uhr: 14 Grad und wolkenlos. Vermehrt werden Kellner und Köbesse außerhalb der angestammten Lokalitäten gesichtet, Straßencafes erwachen aus ihrem Winterschlaf – Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte.
Köln stahlblau

Endlich: Der März verabschiedet sich glänzend. Frühlingsgefühle erobern die Gemüter. Das Stimmungshoch vertreibt Krisen und Sorgen. Zeit für Träume und Visionen.
